Der Busbetrieb der Bogestra

Das Verkehrsgebiet der Bogestra geht über die im Firmennamen enthaltenen Städte hinaus. In Witten und Castop-Rauxel, in Herne und in Hattingen, übeall stößt man auf die Omnibusse der Bogestra. Zur Bedienung dieses Gebietes sind aktuell drei Busbetriebshöfe zuständig. In den vergangenen Jahren hat auch hier durch Rationalisierung und Modernisierung ein Wandel stattgefunden. Die Betriebshöfe, die nicht mehr existent sind aber auch die in Betrieb befindlichen werden hier kurz vorgestellt. Desweiteren wird hier die Wandel der "Hausfarben" vorgestellt und kurz auf die Zulassungen der Omnibusse eingegangen.

Die Betriebshöfe

Bochum-Altenbochum
In der Nähe der Bogestra Bus-Hauptwerkstatt an der Wittener Str. in Bochum-Altenbochum befand sich bis 1976 der für die Bochumer Linien verantwortliche Betriebshof. Ursprünglich als Straßenbahnbetriebshof angelegt, wurde der Hof in in den 1930er Jahren in einen Busbetriebshof umgewidmet. Der Grund hierfür war die massive Ausdehnung des Busverkehrs infolge der Übernahme der Westfälischen Straßenbahn und die gleichzeitige Umstellung einiger unrentabler Straßenbahnlinien dieses Betriebes auf Omnibusse. Ersetzt wurde dieser Hof 1976 durch die neuerbauten Anlagen an der Hattinger Str. in Bochum-Weitmar. Heute ist das Gelände mit Wohnhäusern bebaut, die Straßenfront an der Wittener Str. ziert ein Geschäftskomplex.

Bochum-Weitmar
Die ehemalige Straßenbahn-Hauptwerkstatt an der Hattinger Str. in Bochum-Weitmar ist die Keimzelle des heutigen Busbetriebshofes. Für den Neubau 1976 wurden sämtliche alten Gebäude abgerissen, die Abstellhalle wird ergänzt durch einen Werkstatt-Komplex für Wartungs-Arbeiten.

Witten
In den 1950er Jahren wurde in Witten ein Hof für die im dortigen Raum eingesetzten Busse neuerbaut. Wagenhalle und Werkstatt sowie die Freiflächen zur Abstellung weiterer Busse wurden auf einem Gelände oberhalb des bereits vorhandenen Straßenbahn-Betriebshofes an der Crengeldanzstr. angesiedelt.
Halle des Betriebshof Witten von der Zufahrt aus gesehen
Dort, wo uns der Büssing seinen entzückenden Rücken zeigt, befindet sich heute eine Waschanlage

Wanne-Eickel
In Eickel an der Hordeler Straße eröffnete die "Kommunale Straßenbahn-Gesellschaft Landkreis Gelsenkirchen" zeitgleich mit ihrer Straßenbahnlinie Höntrop - Herne am 16. Januar 1908 einen Betriebshof. Über die Westfälische Straßenbahn ging der Betriebshof 1937 in den Besitz der Bogestra über.
Während die Linie für die er gebaut wurde bereits am 1. Januar 1938 stillgelegt wurde, wurde der Hof für den Straßenbahnbetrieb erst am 24. April 1950 geschlossen. Etwa zeitgleich begann der Umbau zu einem reinen Omnibusbetrieb, der in den Folgejahren noch weitere Hallen und auch eine Werkstatt bekam.
Als Problem erwies sich die Lage in einem Wohngebiet, Erweiterungsflächen standen nicht zur Verfügung. Ein paar hundert Meter von den eigentlichen Anlagen entfernt wurden Freiflächen angemietet, auf denen nachts Gelenkbusse abgestellt wurden. Wegen geplanter Wohnbebauung mußte auch dieser Platz ab ca. 1988 geräumt werden. Der weiterhin vorherrschende Platzmangel verbot eine Unterbringung der bislang dort abgestellten Gelenkbusse auf dem eigentlichen Hofgelände. Sie wurden daraufhin Abend für Abend im Konvoi zum Bogestra-Baulager an der Dorstener Straße in Bochum-Hamme gefahren, dort über die wenigen Nachtstunden abgestellt und morgens wieder nach Eickel geholt. 1990 war Schluß mit diesem Provisorium. Der Hof zog in die neuerbauten Anlagen in Gelsenkirchen-Ückendorf um. Die Gebäude in Eickel wurden abgerissen und an ihrem Platz entstand eine Seniorenresidenz. Die Anwohner, die wegen der Geräuschbelästigung so manchen Fight mit der Bogestra führten, hatten endlich ihre Ruhe.
In den 1960er Jahren wurden die Hallen um einen Anbau für Sozialräume ergänzt
Hinter den Toren im rechten Bereich befand sich der Werkstattbereich sowie die Waschanlage

Gelsenkirchen-Ückendorf
1990 wurde in Gelsenkirchen-Ückendorf an der Ostpreußenstraße/Exterbruch als Ersatz für den Busbetriebshof Eickel eine neue Anlage erbaut. Gleichzeitig wurde hier eine moderne Hauptwerkstatt für den gesamten Busbetrieb der Bogestra errichtet, die die alten Anlagen an der Wittener Straße 100 in Bochum ersetzte.

Bochum Wittener Str. 100
1954 wurden die Betriebsanlagen der in Konkurs gegangenen Fahrzeugwerke von Lienen an der Wittener Straße 100 angekauft.
Von Lienen gehörte zu den kleineren Karosseriefabriken, die überwiegend im Anhängerbau und in der Instandsetzung tätig waren. Aber auch Busaufbauten und Busanhänger gehörten zum Produktprogramm und die Bogestra besaß selbstverständlich entsprechende Fahrzeuge in ihrem Fuhrpark. So kehrten einige Busse an der Ort ihres Entstehens zurück, um dort repariert und gewartet zu werden. Für den Erwerb dieser Anlagen und dem Ausbau zur Bushauptwerkstatt sprach damals die räumliche Nähe zum alten Betriebshof Altenbochum, der ein paar hundert Meter stadtauswärts angesiedelt war. Ende der 1980er Jahre hatte sich dieses Bild gewandelt, die Bochumer Busse standen nun in Weitmar. Die veralteten Gebäude taten ein übriges und so wurde beim Bau des neuen Hofes in Ückendorf dort gleich eine neue Hauptwerkstatt mit eingeplant. Doch auch heute noch kann die Bogestra nicht auf diese Anlagen verzichten. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude residiert die technische Abteilung, in den Hallen werden Fahrtreppen repariert und auch sonst lässt sich dort allerhand abstellen...
Der Büssing rechts im Bild ist ein Fahrzeug der übernommenen Kraftwagengesellschaft Ruhr-Wupper
KOM 42 vor der Werkstatthalle

Die Zulassungen der Omnibusse
Das Gros der Busse war bis 1995 ohne Rücksicht auf die Stationierung in Bochum (BO)  zugelassen. Kleinere Mengen waren auch dort zugelassen, wo sich Betriebsanlagen befanden. Dies waren Witten (WIT)  bzw. (EN)  nach der Kommunalreform, Wanne-Eickel (WAN)  bzw. (HER) nach der Eingemeindung Wanne-Eickels zu Herne und Gelsenkirchen (GE).
Schon in den 60er Jahren gab es einzelne stationierungsbedingte Ummeldungen, ansonsten gab es diese nur bei Kennzeichenverlusten etwa infolge von Unfällen. 1995 änderte man dieses System und jeder Bus ist seitdem dort zugelassen, wo er auch stationiert ist. Ausgenommen hiervon waren lediglich Busse bis einschließlich Baujahr 1983. Umstationierungen haben seitdem stets auch eine Ummeldung zur Folge. Dieses System ist inzwischen sehr schwierig nachzuhalten, einzelne Busse hatten inzwischen vier verschiedene Kennzeichen.
Neuzugelassene Busse ab dem Baujahr 2001 tragen das Unternehmen auch im Kennzeichen: Es gibt die Kombinationen BO-GE xxxx , GE-BO xxxx und EN-BO xxxx.

Die Lackierung der Omnibusse
Bis Baujahr 1974/1975 waren die Bogestra-Busse in flaschengrün (RAL 6007) / grünbeige (RAL 1000) mit grasgrünem (RAL 6010) Streifen unter der Fensterlinie lackiert.
Bis Baujahr 1988/1989 war die Standardlackierung dann coloradogelb/türkis, wobei der Farbton coloradogelb aus dem PKW-Programm von BMW stammt. Umlackierungen von dunkelgrün/elfenbein auf coloradogelb/türkis fanden nicht statt.
1988 wurden erstmalig Busse gemäß dem neuen Corporate Design des VRR lackiert: Entsprechend der Klassifikation der Linien gibt es "StadtLinie"; "CityExpress" und "StädtSchnellBus" Lackierungen.
Grundfarbe aller Lackierungen ist lichtgrau (RAL 7035), das Design "StadtLinie" weist an der Dachkante einen, im unteren Karosseriebereich zwei verkehrsrote (RAL 3020) Streifen auf. Bei gleicher Aufteilung der Streifen ist beim "CityExpress"-Design der unterste Streifen verkehrsorange (RAL 2009), die übrigen sind verkehrsrot. Die "StädteSchnellBus"-Variante weist Streifen in zwei unterschiedlichen Blautönen auf.
Mit Beschaffung der ersten NRW- oder auch KÖR-Busse (Kooperation östliches Ruhrgebiet) wurde auch eine für alle beteiligten Betriebe gleiche Lackierung eingeführt. Die verwendeten Farben weiß, grün und rot entsprechen dabei nicht nur den NRW-Landesfarben, vielmehr findet sich auch von jedem beteiligten Betrieb eine Farbe wieder. Umlackierungen vom alten Farbschema auf das NRW-Design gab es bislang nicht.
Der "CityExpress"-Gedanke wurde inzwischen durch zahlreiche Ganzreklamen stark verwässert.